{"id":1939,"date":"2013-11-08T11:00:17","date_gmt":"2013-11-08T11:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=1939"},"modified":"2017-09-27T15:07:47","modified_gmt":"2017-09-27T13:07:47","slug":"funf-zeichen-fur-erpressung-in-kostenlosen-spielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/funf-zeichen-fur-erpressung-in-kostenlosen-spielen\/1939\/","title":{"rendered":"F\u00fcnf Zeichen f\u00fcr Erpressung in &#8222;kostenlosen&#8220; Spielen"},"content":{"rendered":"<p>Halten Sie sich fest \u2013 denn nun kommt die schockierendste und ungeahnteste Enth\u00fcllung bez\u00fcglich Spielen, die ich in diesem Jahr gemacht habe: Kostenlose Spiele bringen mehr Umsatz als Spielekonsolen und kostenpflichtige Spiele zusammen! Wenn Sie denken, dieser Umsatz w\u00fcrde zum Beispiel \u00fcber Werbebanner gemacht, werden Sie Ihre Meinung jetzt \u00e4ndern. Einfach gesagt, wird n\u00e4mlich meist w\u00e4hrend dem Spielen bezahlt, statt vor dem Download. Immerhin 77 Prozent des Umsatzes im Appple App Store kommen mittlerweile von Spielen, und 92 Prozent davon werden \u00fcber In-App-K\u00e4ufe get\u00e4tigt. Wer moderne Spiele gewinnt, gibt oft eine nicht unerhebliche Menge Geld aus, die w\u00e4hrend dem Spiel mal hier und mal dort in kleinen Summen anf\u00e4llt. Spieleentwickler kann man \u2013 wie alle Menschen \u2013 in zwei Kategorien einteilen: anst\u00e4ndig und weniger anst\u00e4ndig. Die zweite Gruppe legt absichtlich Spielregeln fest, die Sie so oft wie m\u00f6glich dazu bringen sollen, Geld auszugeben, aber so selten wie m\u00f6glich dar\u00fcber nachzudenken. Psychologen entwickeln Systeme, um menschliche Schw\u00e4chen und Besonderheiten in der menschlichen Wahrnehmung auszunutzen, und dieses \u201eMelken des Spielers\u201c m\u00f6glichst breitgef\u00e4chert und reibunslos zu gestalten. Hier einige Anzeichen, die Ihnen zeigen, dass Sie vielleicht viel Geld f\u00fcr ein weiteres \u201ekostenloses\u201c Spiel ausgeben k\u00f6nnten:<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/11\/06144215\/games.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1940\" alt=\"kostenlosen_Spielen\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/11\/06144215\/games.jpg\" width=\"640\" height=\"420\"><\/a><\/p>\n<h3>1. Sie geh\u00f6ren zur Risikogruppe<\/h3>\n<p>Es gibt nur wenige Gruppen von Menschen, die dazu tendieren, Geld f\u00fcr virtuelle G\u00fcter auszugeben. Die Entwickler passen Ihre Spielkonzepte und die Grafiken genau f\u00fcr diese Zielgruppen an. Zum einen sind das junge Menschen. Das ideale Publikum sind tats\u00e4chlich Kinder, die schnell <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/technology\/shortcuts\/2013\/mar\/26\/apples-in-app-game-charges-kids-bills\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Tausende Dollar <\/a>f\u00fcr magische Zaubertr\u00e4nke und Schwerter ausgeben. Allerdings gibt es auch ernsthafte Risiken f\u00fcr die Entwickler: Sie m\u00fcssen die Einwilligung der Eltern in Betracht ziehen, sowie m\u00f6gliche Klagen und staatliche Verordnungen f\u00fcrchten. Deshalb zielen die Entwickler lieber auf vollj\u00e4hrige Spieler ab \u2013 allerdings immer noch j\u00fcnger als 25 Jahre. Das menschliche Gehirn entwickelt sich bis zu diesem Alter immer noch, und j\u00fcngere Menschen sind weniger f\u00e4hig, komplizierte und komplett rationale Entscheidungen zu treffen. Zudem gefallen Ihnen Cartoon-artige Charaktere besser, was darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass noch Reste des kindlichen Denkens im Gehirn aktiv sind.<\/p>\n<p>Unter den \u201eWalen\u201c \u2013 das ist der Name f\u00fcr die f\u00fcnf Prozent der Spieler, die am meisten Geld ausgeben \u2013 finden sich vor allem <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/technology\/shortcuts\/2013\/mar\/26\/apples-in-app-game-charges-kids-bills\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">M\u00e4nner<\/a> (66%) unter 30 Jahren. Normalerweise spielen sie nicht nur mobile Spiele, sondern auch Konsolenspiele, und verbringen mehr als 11 Stunden pro Woche mit dem Spielen.<\/p>\n<h3>2. Ein Spiel will Sie \u00fcberzeugen, sich mit Facebook und anderen Sozialen Netzwerken zu verbinden<\/h3>\n<p>Solche Werbung verspricht \u00fcblicherweise, dass Sie mit Ihren Spielerfolgen vor Ihren Freunden angeben k\u00f6nnen und unter ihnen auch Mitspieler finden. In Wirklichkeit wollen die Entwickler aber etwas Anderes: Sie setzen Sie mit der Information, dass Ihre Freunde erfolgreicher in einem Spiel sind, unter Druck. Das nutzt erfolgreich die menschliche Eitelkeit aus. Jemand, der eigentlich kein Geld f\u00fcr seinen Erfolg in Spielen ausgeben m\u00f6chte, zahlt gerne ein paar Euro, um den \u201eSpiele-Streber\u201c abzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<h3>3. Ein Spiel nutzt vor allem virtuelles Geld<\/h3>\n<p>Einer der hinterlistigsten Tricks in Spielen ist \u201eSpielgeld\u201c. Unbewusst ist es f\u00fcr jeden leichter, Spielgeld auszugeben, als echtes Geld. Wenn Ihnen f\u00fcnf Extraleben f\u00fcr 2 Euro angeboten werden, kaufen Sie daf\u00fcr stattdessen vielleicht lieber eine Tasse Kaffee. Doch das \u00e4ndert sich, wenn Ihnen die gleichen f\u00fcnf Extraleben f\u00fcr 16 rosafarbene Kristalle angeboten werden, die sie zwei Tage vorher beim Ausverkauf \u201e25 Kristalle f\u00fcr 3 Euro statt f\u00fcr 20 Euro\u201c gekauft haben.Je l\u00e4nger die Kette zwischen Ihrem Geld und dem Geldausgeben ist, desto effektiver ist dieser Trick. Um die Kette l\u00e4nger zu machen, nutzen Spieleentwickler oft Objekte, die durch das Kombinieren anderer Objekte erstellt werden. So k\u00f6nnen Sie zum Beispiel einen Ring mit zehn farbigen Kristallen zusammenbauen, dann erstellen Sie eine Halskette mit drei Ringen und einer Kette, und dann m\u00fcssen Sie ganz besondere, gro\u00dfe Kristalle kaufen, um eine Super-Halskette zu erhalten. Jedes der einzelnen Objekte kostet nur wenig Geld, doch wenn man einmal bei der Super-Halskette angekommen ist, rechnet kaum jemand nach, dass die eigentlichen Kosten daf\u00fcr irgendwo bei 50 Euro liegen.<\/p>\n<h3>4. Sie sind lange Zeit erfolgreich, doch dann haben Sie auf einmal Probleme, im Spiel weiterzukommen<\/h3>\n<p>Ein klassischer Trick in kostenlosen Spielen ist das langsame Anheben der Komplexit\u00e4t bis zu extrem schweren Levels. Nat\u00fcrlich ist es ganz normal, dass die letzten Levels eines Spiels komplexer sind als das erste. Allerdings gehen faire Spiele-Designer davon aus, dass durchschnittliche Spieler w\u00e4hrend dem Spielen so gut darin werden, dass sie das Spiel ohne extreme Anstrengungen schaffen werden. Etwa 70 bis 90 Prozent der Spieler k\u00f6nnen ein fair gestaltetes Spiel meistern, wenn sie eine gewisse Zeit damit verbringen, sich die notwendigen F\u00e4higkeiten anzutrainieren. Unfaire Spiele werden dagegen so programmiert, dass die Komplexit\u00e4t in der Mitte des Spiels dramatisch erh\u00f6ht wird, so dass nur ein paar Prozent der Spieler das Spiel ohne bezahlte Power-Ups schaffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>5. Sie werden erpresst<\/h3>\n<p>Dieser psychologische Trick funktioniert so: Sie spielen (kostenlos) f\u00fcr eine lange Zeit, entwickeln einen Charakter, steigern seine F\u00e4higkeiten, erhalten Munition (oder bauen H\u00e4user im K\u00f6nigreich \u2013 ganz egal), und dann geht\u2019s pl\u00f6tzlich bergab. Vielleicht treffen Sie auf den \u201eBoss\u201c, verlieren den Kampf und erfahren erst anschlie\u00dfend, dass Sie deshalb die H\u00e4lfte Ihres hart verdienten Besitzes verlieren. Nun haben Sie die Wahl: Entweder Sie bezahlen daf\u00fcr, diese Episode noch einmal zu spielen (und bezahlen auch f\u00fcr zus\u00e4tzliche Power-Ups, um den Kampf gewinnen zu k\u00f6nnen) oder Sie beginnen von Vorne und trainieren Ihren Helden erneut. Das ist ganz klar Erpressung, denn Sie werden dazu gezwungen, zu zahlen, wenn Sie nicht die ganze Zeit, die Sie in das Spiel gesteckt haben, verlieren m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Leider sind beim ersten Kontakt mit einem neuen Spiel nur die ersten drei Anzeichen einfach zu entdecken. Die letzten zwei sind erst sp\u00e4ter im Spiel zu bemerken. Deshalb empfehlen wir, jedes Spiel zu ignorieren, bei dem die ersten drei Anzeichen zu sehen sind oder das sich sehr aggressiv verh\u00e4lt. Es gibt Tausende von Spielen, die tolle, aber absolut freiwillige Power-Ups anbieten, die nicht unbedingt dazu ben\u00f6tigt werden, das Spiel zu schaffen. Weitere anst\u00e4ndige In-App-G\u00fcter sind zum Beispiel Extra-Level-Packs, Charakter-Ausstattungen usw. Halten Sie sich an solche anst\u00e4ndigen Spiele, und Sie werden nicht zum Opfer von unanst\u00e4ndigen Geldmachern. Viel Spa\u00df!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Halten Sie sich fest \u2013 denn nun kommt die schockierendste und ungeahnteste Enth\u00fcllung bez\u00fcglich Spielen, die ich in diesem Jahr gemacht habe:Kostenlose Spiele bringen mehr Umsatz als Spielekonsolen und kostenpflichtige Spiele zusammen! Wenn Sie denken, dieser Umsatz w\u00fcrde zum Beispiel \u00fcber Werbebanner gemacht, werden Sie Ihre Meinung jetzt \u00e4ndern. 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