{"id":18415,"date":"2019-01-24T17:40:41","date_gmt":"2019-01-24T15:40:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/?p=18415"},"modified":"2019-11-22T12:11:31","modified_gmt":"2019-11-22T10:11:31","slug":"how-esim-works","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/how-esim-works\/18415\/","title":{"rendered":"So funktioniert die eSIM"},"content":{"rendered":"<p>Oft kommt es vor, dass eine scheinbar jahrelang unbeachtete Technologie erst dann f\u00fcr Schlagzeilen sorgt, wenn sie von Apple \u00fcbernommen wird. Vor rund drei Jahren <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/what-is-esim\/7092\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">haben wir auf unserem Blog bereits von der ersten Smart Watch berichtet, die die sogenannte <em>eSIM<\/em>-Technologie<\/a> unterst\u00fctzt; aber erst jetzt, nachdem das iPhone XR, XS und XS Max <a href=\"https:\/\/support.apple.com\/en-us\/HT209044\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">diese Technologie<\/a>, die das Hinzuf\u00fcgen einer virtuellen SIM-Karte zu einer normalen SIM-Karte erm\u00f6glicht, unterst\u00fctzt, sorgt sie f\u00fcr Aufsehen.<\/p>\n<p>Aber wie funktioniert eine eSIM und welche Vorteile bringt sie mit sich?<\/p>\n<h3>Die Evolution der SIM-Karten<\/h3>\n<p>Die allerersten Mobiltelefone besa\u00dfen keine SIM-Karten, sondern wurden stattdessen von einem Netzbetreiber programmiert, wobei das \u201eBenutzerkonto\u201c zur Netzwerkidentifikation zu dieser Zeit auf dem Ger\u00e4tespeicher selbst gespeichert wurde. Im Jahr 1991 wurden SIM-Karten dann erstmals im GSM-Standard erw\u00e4hnt; so wurde Nutzern mit der Einf\u00fchrung eines kleinen, mit einem Mikrochip gepaarten St\u00fcck Plastiks erm\u00f6glicht, ihr Telefon in jedem Netzwerk und mit jeder beliebigen Mobilfunknummer zu verwenden.<\/p>\n<p>Als Telefone und Modems noch die einzigen mit dem Netzwerk verbundenen Ger\u00e4te waren, gab es dagegen auch nichts einzuwenden. Denn der einzige Wandel, den SIM-Karten im Laufe der Zeit durchmachten, war, dass sie mit den Jahren zunehmend kleiner wurden: Die Mini-SIM (die wir als \u201enormale\u201c SIM-Karte in Erinnerung haben) wurde durch die Mikro-SIM und dann die Nano-SIM ersetzt. Mit Letzterer wurde gr\u00f6\u00dfentechnisch jedoch das Limit erreicht: Die Nano-SIM ist lediglich ein winziger Mikrochip mit Bond-Pads, bei dem nicht ein Milimeter \u00fcbersch\u00fcssiger Kunststoff verarbeitet wurde.<\/p>\n<p>Im heutigen IoT-Zeitalter, mit feinsten Sensoren, Smart Watches und anderen, deutlich kleineren Ger\u00e4ten, ist selbst eine Nano-Sim-Karte purer Luxus. Denn mittlerweile wurde der Weg f\u00fcr die <strong>eSIMs, eine ger\u00e4teintegrierte SIM-Karte<\/strong>, freigemacht.<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick scheint dies ein Schritt zur\u00fcck zum programmierbaren Mobiltelefon zu sein. Doch dieser evolution\u00e4re Mikrochip (mit Ma\u00dfen von etwa 5 x 6 mm, also ein Bruchteil der Gr\u00f6\u00dfe einer Nano-SIM) speichert nicht nur Kunden- und Vertragsdaten, sondern kann auch ferngesteuert \u00fcber das Funknetz heruntergeladen werden. In der Praxis bedeutet dies, dass SIM-Karten nicht manuell in Zehntausende von Parksensoren oder Kontrollmodulen f\u00fcr Stra\u00dfenlaternen eingesetzt oder beim Anbieterwechsel zahlreiche Karten neu angefordert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<h3>Mobile Kommunikation noch mobiler<\/h3>\n<p>Die <strong>eSIM-Technologie<\/strong> erweist sich allerdings nicht nur als besonders praktisch f\u00fcr smarte Gadgets, sondern auch f\u00fcr den Onlineverkauf von SIM-Karten. Anbieter sparen Geld bei Startpaketen, der Anmietung von Verkaufsfl\u00e4chen, H\u00e4ndlergeb\u00fchren usw., und das zahlende Publikum spart im Gegenzug viel Zeit und M\u00fche, da es weder in ein Gesch\u00e4ft gehen noch auf ein Startpaket warten muss.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Reisende, die hohe Roaming-Kosten vermeiden m\u00f6chten, ist die eSIM ideal. Es ist n\u00e4mlich deutlich einfacher, den richtigen Tarif online zu w\u00e4hlen und direkt auf das eigene Smartphone zu laden, als in einem Gesch\u00e4ft im Ausland mit H\u00e4nderingen zu versuchen, sich zu verst\u00e4ndigen, wenn man der Sprache nicht m\u00e4chtig ist.<\/p>\n<h3>Deshalb wird es keine pl\u00f6tzliche Umstellung auf die eSIM geben<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich hat die <strong>eSIM-Technologie sowohl Vor- als auch Nachteile<\/strong> \u2013 zumindest f\u00fcr die Betreiber.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gestaltet sie den Verkauf von Dienstleistungen deutlich einfacher, aber auch der Anbieterwechsel seitens der Kunden wird simplifiziert. Derzeit gibt es eine gewisse Verz\u00f6gerung zwischen der Bestellung einer neuen SIM-Karte und dem Erhalt dieser Karte. Mit einer eSIM k\u00f6nnen Sie einen Aktivierungscode deutlich schneller erhalten. Das erleichtert den Anbieterwechsel zus\u00e4tzlich, was den Betreibern mit Sicherheit bitter aufst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind Smartphones in den meisten westlichen L\u00e4ndern vertragsbasiert, d.h. sie sind an den Anbieter gebunden, der sie verkauft hat, und arbeiten auch lediglich mit den SIM-Karten, die von diesem Netzbetreiber ausgestellt wurden. Apple unterbricht nun das gesamte \u00d6kosystem, indem das Unternehmen den Ger\u00e4teherstellern und Betreibern die Initiative zur Umsatzsteigerung via Onlineverkauf selbst \u00fcberl\u00e4sst.<\/p>\n<h3>Wo ist die eSIM nicht verf\u00fcgbar?<\/h3>\n<p>Aber nicht nur die Netzbetreiber, sondern auch die Gesetzgeber widersetzen sich der <strong>Verbreitung der eSIM<\/strong>. In einigen L\u00e4ndern schreibt das Gesetz vor, dass eine SIM-ID (die ausschlie\u00dflich physische SIM-Karten haben) im Vertrag angegeben werden muss. Dar\u00fcber hinaus sind die Anbieter in einigen L\u00e4ndern dazu verpflichtet, Pass-basierte Identit\u00e4tspr\u00fcfungen der Kunden durchzuf\u00fchren, theoretisch kann dieses Problem jedoch leicht gel\u00f6st werden. So k\u00f6nnten Nutzer beispielsweise ihren Pass mithilfe eines Selfies registrieren. (Aber ja, wie auch bei anderen gestohlenen pers\u00f6nlichen Daten werden auch solche Selfies \u00fcber das Darknet verkauft.)<\/p>\n<p>Auch Einwohner von Festlandchina, einer der gr\u00f6\u00dften Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr Apple-Produkte, werden vorerst keine Chance haben, die eSIM-Technologie auszuprobieren. Laut Informationen auf\u00a0<a href=\"https:\/\/support.apple.com\/en-us\/HT209044\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Apples Website<\/a> werden Modelle in China statt mit einer integrierten eSIM mit zwei Nano-SIM-Karten verkauft. Auch neue Ger\u00e4te in Hongkong und Macau werden vorl\u00e4ufig mit zwei herausnehmbaren SIM-Karten ausgestattet. Die eSIM-Technologie ist dort lediglich auf dem iPhone XS verf\u00fcgbar.<\/p>\n<h3>Welche Anbieter unterst\u00fctzen eSIM-Karten?<\/h3>\n<p>Derzeit wird die <a href=\"https:\/\/support.apple.com\/en-au\/HT209096\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">eSIM f\u00fcr iPhones von Mobilfunkbetreibern<\/a> in einer Vielzahl europ\u00e4ischer L\u00e4nder sowie in Kanada, Katar, Singapur, Taiwan, Hongkong, Thailand, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, Kuwait und den USA angeboten.<\/p>\n<p>\u201eTouristische\u201c SIM-Karten k\u00f6nnen auch bei den internationalen Betreibern Truphone und GigSky erworben werden. F\u00fcr viele sind Reise-SIM-Karten tats\u00e4chlich die einzige M\u00f6glichkeit, die eSIM-Technologie in absehbare Zukunft auszuprobieren. In einigen L\u00e4ndern, in denen die eSIM-Funktionalit\u00e4t unterst\u00fctzt wird, stehen diese Dienste ausschlie\u00dflich f\u00fcr Ortsans\u00e4ssige und auf nicht vertragsgebundenen Smartphones zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h3>Zugriff auf das Mobilfunknetz per eSIM<\/h3>\n<p>Die <strong>Aktivierung einer virtuellen eSIM ist kinderleicht<\/strong>. Der Kunde muss lediglich einen vom Netzbetreiber generierten QR-Code scannen oder die folgenden Parameter manuell eingeben: SM-DP+ (Subscription Manager Data Preparation), Serveradresse und Aktivierungscode. All das stellt der Anbieter zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Auf dem SM-DP+ Server werden die entsprechenden Kundenprofile erstellt; das LPA-Programm (Local Profile Assistant) auf dem Ger\u00e4t fordert dann das jeweilige Profil an und l\u00e4dt es auf die eUICC (Embedded Universal Integrated Circuit Card) \u2013 den Mikrochip, auf dem das Profil verschl\u00fcsselt gespeichert wird. Die eUICC wird auch zur Netzwerkautorisierung verwendet.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen mehrere SIM-Profile gleichzeitig gehostet werden- und das mit einer Speicherkapazit\u00e4t von 512 KB im Vergleich zu 64 oder 128 KB bei herk\u00f6mmlichen SIM-Karten. Auf diese Weise k\u00f6nnen Benutzer zwischen virtuellen SIM-Karten wechseln. Auf dem neuen iPhone erfolgt dies durch Tippen auf <em>Einstellungen -&gt;\u00a0Mobiles\u00a0Netz<\/em>\u00a0oder <em>Einstellungen<\/em> -&gt; <em>Mobile\u00a0Daten<\/em>.<\/p>\n<p>Wie Sie sehen, ist die <strong>Aktivierung der eSIM<\/strong> absolut kein Problem. Wir sind der Meinung, dass Besitzer eines neuen iPhones die Technologie auf jeden Fall ausprobieren sollten. Wenn diese in Ihrem Land noch nicht unterst\u00fctzt wird, k\u00f6nnen Sie die virtuelle SIM-Karte auch im Ausland erwerben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue iPhones unterst\u00fctzen die sogenannte eSIM-Technologie. Wir erkl\u00e4ren Ihnen, was dahinter steckt.<\/p>\n","protected":false},"author":540,"featured_media":18416,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2287],"tags":[109,1900,19,3198,1350,645],"class_list":{"0":"post-18415","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-technology","8":"tag-apple","9":"tag-esim","10":"tag-iphone","11":"tag-mobile-kommunikation","12":"tag-sim-karten","13":"tag-technologie"},"hreflang":[{"hreflang":"de","url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/how-esim-works\/18415\/"},{"hreflang":"en-in","url":"https:\/\/www.kaspersky.co.in\/blog\/how-esim-works\/15106\/"},{"hreflang":"en-ae","url":"https:\/\/me-en.kaspersky.com\/blog\/how-esim-works\/12684\/"},{"hreflang":"en-us","url":"https:\/\/usa.kaspersky.com\/blog\/how-esim-works\/17032\/"},{"hreflang":"en-gb","url":"https:\/\/www.kaspersky.co.uk\/blog\/how-esim-works\/15219\/"},{"hreflang":"es-mx","url":"https:\/\/latam.kaspersky.com\/blog\/how-esim-works\/13975\/"},{"hreflang":"es","url":"https:\/\/www.kaspersky.es\/blog\/how-esim-works\/17730\/"},{"hreflang":"it","url":"https:\/\/www.kaspersky.it\/blog\/how-esim-works\/16816\/"},{"hreflang":"ru","url":"https:\/\/www.kaspersky.ru\/blog\/how-esim-works\/22159\/"},{"hreflang":"tr","url":"https:\/\/www.kaspersky.com.tr\/blog\/how-esim-works\/5618\/"},{"hreflang":"x-default","url":"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/how-esim-works\/25431\/"},{"hreflang":"fr","url":"https:\/\/www.kaspersky.fr\/blog\/how-esim-works\/11372\/"},{"hreflang":"pt-br","url":"https:\/\/www.kaspersky.com.br\/blog\/how-esim-works\/11373\/"},{"hreflang":"pl","url":"https:\/\/plblog.kaspersky.com\/how-esim-works\/10270\/"},{"hreflang":"ja","url":"https:\/\/blog.kaspersky.co.jp\/how-esim-works\/22289\/"},{"hreflang":"nl","url":"https:\/\/www.kaspersky.nl\/blog\/how-esim-works\/23747\/"},{"hreflang":"ru-kz","url":"https:\/\/blog.kaspersky.kz\/how-esim-works\/17855\/"},{"hreflang":"en-au","url":"https:\/\/www.kaspersky.com.au\/blog\/how-esim-works\/21989\/"},{"hreflang":"en-za","url":"https:\/\/www.kaspersky.co.za\/blog\/how-esim-works\/21926\/"}],"acf":[],"banners":"","maintag":{"url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/tag\/esim\/","name":"eSIM"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18415","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/540"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18415"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18415\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20924,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18415\/revisions\/20924"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18415"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}