{"id":17006,"date":"2018-06-19T09:26:13","date_gmt":"2018-06-19T07:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/?p=17006"},"modified":"2018-09-19T09:27:58","modified_gmt":"2018-09-19T07:27:58","slug":"dutch-fake-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/dutch-fake-news\/17006\/","title":{"rendered":"Niederl\u00e4ndische Hackerin, Cyberpolitik und die Anatomie authentischer Fake News"},"content":{"rendered":"<p>Vor fast 21 Jahren begann meine Mission, die Welt zu einem besseren und vor allem sichereren Ort zu machen. Heute k\u00f6nnen wir mit Stolz sagen, dass unsere Cybersicherheitsl\u00f6sungen das digitale Leben von \u00fcber 400 Millionen Verbrauchern und 270.000 Unternehmen auf der ganzen Welt sch\u00fctzen. Wie viele andere Unternehmen, deren Ziel es ist, das Leben ihrer Mitmenschen zu verbessern und angenehmer zu gestalten, wissen auch wir, dass Gro\u00dfunternehmen mit einer bedeutenden Reichweite deutlich anf\u00e4lliger f\u00fcr Kritiken Au\u00dfenstehender sind, als vergleichbare Unternehmen mit geringerer Reichweite. In unserem Fall spiegeln sich diese Kritiken in einer falschen Medienberichterstattung wieder. Und in der heutigen Zeit der \u201eMediendemokratie\u201c und Fake News wird die Situation zunehmend schlimmer.<\/p>\n<p>Seit fast vier Jahren ver\u00f6ffentlichen einige US-amerikanische Medien bis zum Himmel stinkende Geschichten \u00fcber Cyberverschw\u00f6rungen, die von Mitarbeitern des Geheimdienstes und unserer Wenigkeit gegen die \u201efreie Welt\u201c ausgeheckt wurden.<\/p>\n<div class=\"pullquote\">Es gibt Hinweise darauf, dass ein niederl\u00e4ndischer Politiker hinter einer falschen Anschuldigung gegen\u00fcber Kaspersky Lab in der gr\u00f6\u00dften niederl\u00e4ndischen Tageszeitung steckt.<\/div>\n<p>All diese Geschichten \u00fcber uns folgen einem und demselben Schema. Dementsprechend sind ihre Grundstrukturen und Rhetoriken auch immer identisch:<\/p>\n<ul>\n<li>Nicht identifizierte US-Geheimdienstmitarbeiter teilen bestimmte \u201eschockierende Details\u201c \u00fcber [bitte einf\u00fcgen] mit einigen wenigen Vertretern eines bestimmten Medienunternehmens;<\/li>\n<li>Es werden gr\u00f6\u00dftenteils anonyme Quellen verwendet; alle genannten \u201eQuellen\u201c sind inkompetent\/unqualifiziert;<\/li>\n<li>Es werden keinerlei Beweise f\u00fcr ein Fehlverhalten unsererseits pr\u00e4sentiert (logisch, da es kein Fehlverhalten gibt);<\/li>\n<li>Verzerrung der Realit\u00e4t basierend auf dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paretoprinzip\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Paretoprinzip<\/a>;<\/li>\n<li>Diese Mediengeschichten dienen dann als Grundlage f\u00fcr politische Entscheidungen (<a href=\"http:\/\/thehill.com\/policy\/cybersecurity\/353653-dhs-says-kaspersky-decision-based-on-open-source-information\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Beweis<\/a>).<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcbrigens fragen Sie sich vielleicht, warum wir in den USA nie rechtliche Schritte in die Wege geleitet haben, wenn alle Geschichten \u00fcber uns tats\u00e4chlich falsch sind. Die kurze Antwort darauf lautet, dass die US-Gesetzgebung es einem nicht gerade leicht macht, die Wahrheit \u00fcber eine solche Geschichte aufzudecken. In der Zwischenzeit haben wir mit der sogenannten \u201eMediendemokratie\u201c zu k\u00e4mpfen; mit \u201e<em>Nachrichten<\/em>\u201e, die in Wirklichkeit \u00fcberhaupt keine Nachrichten sind, sondern lediglich als Mittel dienen, den Lesern die Bilder eines \u201eFeindes\u201c einzufl\u00f6\u00dfen, um so die grundlegende Meinung eben dieser Leser zu beeinflussen. Aber damit h\u00f6rt es noch l\u00e4ngst nicht auf. Diese \u201e<em>Nachrichten<\/em>\u201c werden dann verwendet, um hochrangige politische Schritte gegen ein Unternehmen zu rechtfertigen, das auf dem Weg zur Unbeliebtheit als n\u00e4chstes auf der Liste steht. In letzter Zeit wird n\u00e4mlich nicht nur gegen KL gewettert; auch andere Unternehmen sind betroffen.<\/p>\n<p>Beunruhigend ist, dass diese Mediendemokratie sehr einflussreich ist \u2013 und hoch ansteckend; so sehr, dass wir davon mittlerweile nicht nur in Amerika, sondern auch im Rest der Welt zu sp\u00fcren bekommen. Die Niederlande eingeschlossen.<\/p>\n<div class=\"pullquote\">Mediendemokratie: Mittel, den Lesern das Bild eines \u201eFeindes\u201c einzufl\u00f6\u00dfen und falsche Anschuldigungen f\u00fcr politische Entscheidungen zu verwenden.<\/div>\n<p>Am 3. Februar dieses Jahres ver\u00f6ffentlichte die gr\u00f6\u00dfte niederl\u00e4ndische Tageszeitung, <em>De Telegraaf<\/em>, einen \u201esensationellen\u201c Artikel \u00fcber eine Hackerin, die angeblich behauptet hatte, sich in das Netzwerk unseres niederl\u00e4ndischen B\u00fcros (firmenextern) gehackt zu haben und an eine Reihe von IP-Adressen gelangt zu sein \u2013\u00a0alles im Rahmen einer vermeintlichen Untersuchung zur Aufdeckung eines Lecks im niederl\u00e4ndischen Parlament \u2013\u00a0ein Leck, das vors\u00e4tzlich organisiert wurde, um \u201eden Russen\u201c zu helfen. Unvermeidbare Fragen wie <em>warum ausgerechnet wir gehackt worden sind<\/em>, <em>warum diese bestimmten IP-Adressen gewonnen wurden<\/em>, usw. bleiben bislang unbeantwortet. Uns ging es hierbei allerdings haupts\u00e4chlich um die Behauptung, dass sich jemand in unser eigenes hochsicheres Unternehmensnetzwerk eingeschleust haben soll.<\/p>\n<p class=\"image wide\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-32155\" src=\"https:\/\/media.kasperskycontenthub.com\/wp-content\/uploads\/sites\/67\/2018\/06\/08192235\/de_telegraaf_kaspersky-1024x768.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<p>Ja, nat\u00fcrlich haben wir diese Behauptungen sehr ernst genommen. Wir sind ein Cybersicherheitsunternehmen, wissen Sie? Aus diesem Grund haben wir verst\u00e4ndlicherweise eine interne Untersuchung durchgef\u00fchrt. Und raten Sie mal, was dabei herausgekommen ist. Kein Hack weit und breit. Aber das ist lediglich der Anfang dieser traurigen Geschichte.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Hackerin: Kurioserweise leugnet die Dame die Tatsache in unser Netzwerk eingedrungen, geschweige denn damit an die \u00d6ffentlichkeit gegangen zu sein. Das bedeutet, dass die Geschichte wohl erfunden worden sein muss \u2013\u00a0und genau das wird durch das Zeugnis der Hackerin, ihrem elektronischen Nachrichtenarchiv, pers\u00f6nlichen Aufzeichnungen von Telefongespr\u00e4chen und der Aussage eines weiteren Zeugen best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Warten Sie es ab. Es wird noch l\u00e4cherlicher \u2026<\/p>\n<p>Die F\u00e4den dieser verwirrenden Geschichte f\u00fchrten zu niemand anderem als dem ehemaligen holl\u00e4ndischen Minister, Willem Vermeend, der \u00fcbrigens zusammen mit der oben erw\u00e4hnten Hackerin zuvor ein Buch \u00fcber Cybersicherheit geschrieben hatte \u2013\u00a0das im Nachhinein wegen Plagiats aus dem Verkehr gezogen wurde. <em>De Telegraaf<\/em> behauptet, eine anonyme Quelle habe den Journalisten von dem Hack des niederl\u00e4ndischen B\u00fcros von KL erz\u00e4hlt; und alle Beweise deuten auf Vermeend als diese anonyme Quelle hin. Vermeend wiederum hat dies, wie auch anders erwartet, wiederholt bestritten.<\/p>\n<div class=\"pullquote\">Diese Geschichte ist lediglich ein Symptom f\u00fcr eine viel gr\u00f6\u00dfere Krankheit, die keineswegs nur die Niederlande erreicht hat.<\/div>\n<p>Lassen Sie uns aber nicht die Journalisten von <em>De Telegraaf<\/em> selbst vergessen. Trotz der un\u00fcbersehbaren Unterschiede bez\u00fcglich der Quellen der Nachricht, der Grundlosigkeit der Vorw\u00fcrfe selbst, und des schamlosen Missbrauchs der journalistischen Ethik, haben sie ihre Leser mit einem opportunistischen, eigenn\u00fctzigen und vor allem falschen Artikel belogen.<\/p>\n<p>Eine erstklassige Cyber-Seifenoper des digitalen Zeitalters!<\/p>\n<p>Nachdem wir alle in unserer Macht stehenden M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft haben, das Problem direkt mit der niederl\u00e4ndischen Zeitung selbst zu l\u00f6sen, haben wir uns dazu entschieden, dass der einzig richtige Weg f\u00fcr uns der Gang vor Gericht ist. Aus diesem Grund haben wir am 25. Mai Klage wegen \u00fcbler Nachrede sowohl gegen die Zeitung als auch gegen Herrn Vermeend eingereicht, mit der Forderung an die Zeitung, eine Berichtigung der Geschehnisse zu ver\u00f6ffentlichen. Nat\u00fcrlich werden wir Sie diesbez\u00fcglich auf dem Laufenden halten.<\/p>\n<p>Leider ist diese Geschichte lediglich ein Symptom f\u00fcr eine viel gr\u00f6\u00dfere Krankheit, die keineswegs nur die Niederlande betrifft. Bei dieser Krankheit handelt es sich um die Anstiftung zur Hysterie der Gesellschaft, die die Einwohner eines bestimmten Landes als gut und die Einwohner eines anderen Landes als grundlegend schlecht bezeichnet \u2013\u00a0genau wie im Falle der Hexenverfolgung im Mittelalter; all das basiert auf (mild ausgedr\u00fcckt) zweifelhaften Argumenten und Ma\u00dfst\u00e4ben. Ein aktuelles Beispiel daf\u00fcr sind die absurden, von den Medien angetriebenen Restriktionen niederl\u00e4ndischer Politiker: politische Entscheidungen, die auf medienpr\u00e4senten L\u00fcgen und hypothetischen Bedrohungen beruhen.<\/p>\n<p>Und schlussendlich\u2026<\/p>\n<p>Die Risiken der Verwendung unserer Software sind rein hypothetisch. Genauso hypothetisch wie die Risiken der Verwendung einer anderen Cybersicherheitssoftware eines beliebigen Landes. Aber das Risiko einem echten Cyberangriff zum Opfer zu fallen ist real \u2013\u00a0und extrem hoch. Und dabei reden wir nicht nur von Cyberangriffen, die von besonders b\u00f6sartigen Verbrechern ausgef\u00fchrt werden, sondern auch solche, die unerwartet und von scheinbar gutartigen Gruppen oder Individuen ausgehen. Und in einem solchen Fall k\u00f6nnen nur die allerbesten Technologien von wirklich unabh\u00e4ngigen Entwicklern Schutz bieten \u2013 diejenigen, die sich in<a href=\"https:\/\/www.kaspersky.de\/top3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> unabh\u00e4ngigen Tests<\/a> ausgezeichnet haben und nachgewiesen dazu f\u00e4hig sind, ihre Nutzer vor Cyberbedrohungen zu sch\u00fctzen, egal woher sie stammen.<\/p>\n<p>Es macht mich stolz, dass fast 4000 Kollegen weltweit hier bei KL meine pers\u00f6nliche Mission, die Welt zu einem sichereren, besseren Ort zu machen, mit mir teilen. Und ich denke, ich spreche f\u00fcr alle 4000 von uns, wenn ich sage, dass wir genau das tun werden, auch wenn es kein leichter Weg werden wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaspersky Lab reicht Klage wegen \u00fcbler Nachrede gegen die niederl\u00e4ndische Tageszeitung De Telegraaf und einen niederl\u00e4ndischen Politiker ein.<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":17008,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1848,6,3108],"tags":[2749,3008,286,710],"class_list":{"0":"post-17006","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-business","8":"category-news","9":"category-smb","10":"tag-banya","11":"tag-fake-news","12":"tag-kaspersky-lab","13":"tag-medien"},"hreflang":[{"hreflang":"de","url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/dutch-fake-news\/17006\/"},{"hreflang":"ru","url":"https:\/\/www.kaspersky.ru\/blog\/dutch-fake-news\/20712\/"},{"hreflang":"x-default","url":"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/dutch-fake-news\/22716\/"},{"hreflang":"fr","url":"https:\/\/www.kaspersky.fr\/blog\/dutch-fake-news\/10620\/"}],"acf":[],"banners":"","maintag":{"url":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/tag\/banya\/","name":"banya"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17006","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17006"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17006\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17009,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17006\/revisions\/17009"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17008"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17006"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17006"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17006"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}