{"id":1606,"date":"2013-08-30T17:00:30","date_gmt":"2013-08-30T17:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=1606"},"modified":"2017-05-18T16:02:52","modified_gmt":"2017-05-18T16:02:52","slug":"cyberkriminell-bitte-setzen-sie-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/cyberkriminell-bitte-setzen-sie-sich\/1606\/","title":{"rendered":"Cyberkriminell? Bitte setzen Sie sich!"},"content":{"rendered":"<p>Was macht einen Cyberkriminellen aus? Nun, ohne tief in die Diskussion einsteigen zu wollen, was eigentlich ein virtuelles Verbrechen ist, k\u00f6nnen wir einfach sagen \u201eWas macht einen Kriminellen aus?\u201c Sie wissen schon \u2013 einen typsichen Kriminellen, der zu Gef\u00e4ngnis verurteilt wird. Er hat das Gesetz gebrochen, das ist ein Verbrechen, und nun muss er seine Zeit absitzen. Sogar Dostojewski hat dar\u00fcber geschrieben. Aber man kann wohl annehmen, dass Cyberkriminelle nie Dostojewski gelesen haben, ganz davon abgesehen, dass sie wahrscheinlich auch nichts von der Experten-Gemeinschaft wissen, die den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden hilft, Cyberverbrechen aufzukl\u00e4ren. Deshalb sind Festnahmen und die ganz realen Konsequenzen virtueller Verbrechen oft eine ziemliche \u00dcberraschung f\u00fcr Hacker \u2013 denn sie glauben, sie w\u00e4ren zu clever, um geschnappt zu werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/09\/06144627\/cyberkriminelle.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1608\" alt=\"cyberkriminelle\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/09\/06144627\/cyberkriminelle.png\" width=\"640\" height=\"420\"><\/a><\/p>\n<p><b>Der orientalische Express<\/b><\/p>\n<p>Eine ganze Gruppe von Hackern, mindestens 17 Personen, war an der Gruppe <a href=\"http:\/\/en.for-ua.com\/news\/2013\/08\/14\/155311.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Western Express<\/a> beteiligt, die Kreditkartennummern gestohlen hat. Der Name \u201eWestern Express\u201c wurde der Gruppe von den ermittelnden Polizisten gegeben, da die Betr\u00fcger das Netzwerk von American Western Express International f\u00fcr ihre Transaktionen nutzte. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan sagte, die Hacker h\u00e4tten es geschafft, \u00fcber 95.000 Kreditkartennummern zu stehlen, die sie dann weiterverkauften. Der dadurch verursachte Schaden bel\u00e4uft sich auf etwa f\u00fcnf Millionen US-Dollar. Nun wurden elf Mitglieder der Bande verurteilt.<\/p>\n<p>Die Western-Express-Gruppe bestand aus Gaunern verschiedener L\u00e4nder, unter anderem Russen, Ukrainer und Moldawier. Die h\u00f6chste Strafe von 40 Jahren Gef\u00e4ngnis wurde f\u00fcr den notorischen Hacker Yegor Shevelov aus der Ukraine ausgesprochen, der vor allem unter den Namen Eskslubur und Esk bekannt war. Er hat 75.000 Kreditkartennummern verkauft. Zudem wurde auch der Administrator des DumpsMarket-Forums festgenommen \u2013 auf dem Forum wurden gestohlene Finanzdaten verkauft. Gleichzeitig wurden auch harte Urteile gegen die Gr\u00fcnder des Zahlungsdienstes WEI, Vadim Vasilenko und seine Frau Elena Barysheva, ausgesprochen, die an Geldw\u00e4scheaktionen beteilgt waren. Sie haben sich in allen Punkten schuldig bekannt.<\/p>\n<p><b>Stirb langsam<\/b><\/p>\n<p>Nicht jeder gibt gleich alles zu. Der Russe Dmitri Smilanets bestreitet bis heute seine Beteiligung bei einem Fall, der im Gro\u00dfen und Ganzen bereits abgeschlossen ist. Obwohl seine Beteiligung eigentlich bewiesen wurde: Beweis sind etwa 160 Millionen Kreditkarten, die er kompromittiert hat, bekannte virtuelle Gesch\u00e4fte, die von ihm und seinen Helfern bestohlen wurden, sowie Anklagen gegen ihn mit einem Streitwert von mindestens 300 Millionen Dollar. Doch er gibt nichts zu! Er sagt, er sei nur der Besitzer des Cybersport-Clubs Moscow Fife, und kein Dieb. Nichtsdestotrotz gibt es viele Gr\u00fcnde f\u00fcr die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden, ihm nicht zu glauben. Denn Dmitri hat Helfer, deren Schuld bereits bewiesen wurde. Doch man muss noch etwas abwarten, wie die Geschichte ausgehen wird.<\/p>\n<p><b>Streng geheim<\/b><\/p>\n<p>Reynaldo Rivera steht vor der Anklage, in den USA private Informationen ver\u00f6ffentlicht zu haben. Er wurde bereits f\u00fcr seine Beteiligung am Hack des <a href=\"https:\/\/threatpost.com\/second-lulzsec-member-arrested-sony-pictures-attack-082812\/76961\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Sony-Pictures-Entertainment-Netzwerks<\/a> zu einem Gef\u00e4ngnisaufenthalt verurteilt. Im Jahr 2011 war Rivera Mitglied der Lulzsec-Gruppe, die in die Server einbrach und private sowie Registrierungsdaten von hunderttausenden Teilnehmern eines Wettbewerbs gestohlen hat. Lulzsec ver\u00f6ffentlichte all diese Daten anschlie\u00dfend. Und auch wenn kein finanzieller Schaden entstanden ist, ist die Ver\u00f6ffentlichung solcher privater Daten gesetzlich verboten. Neben einem Jahr im Gef\u00e4ngnis muss Rivera auch eine Strafe von 605.000 US-Dollar zahlen.<\/p>\n<p><b>Angriff abgewehrt<\/b><\/p>\n<p>Das Moskauer Tushinsky-Gericht hat Pavel Vrublevsky zu zweieinhalb Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt. Er war einer der Besitzer des Zahlungsdienstes Chronopay. Bei einer Untersuchung kam heraus, dass Vrublevsky im Jahr 2010 DDoS-Angriffe auf das konkurrierende System Assist bestellt hat. Das Ziel dieser Attacken war, den Vertrag zwischen Aeroflot und Assist zu torpedieren, in der Hoffnung, dass die Zusammenarbeit gek\u00fcndigt werden w\u00fcrde. Besonders Bemerkenswert an diesem Fall ist, dass zum ersten Mal in Russland <a href=\"https:\/\/threatpost.com\/head-russian-payment-processor-chronopay-arrested-062511\/75368\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">ein Urteil \u00fcber den Organisator und den Ausf\u00fchrenden einer DDoS-Attacke gef\u00e4llt wurde<\/a>.<\/p>\n<p><b>Das hat mit mir nichts zu tun!<\/b><\/p>\n<p>Der Litauer Denis Chalovsky fand sich pl\u00f6tzlich in einer unbequemen Situation. Sein Schicksal wird nun bei richterlichen Anh\u00f6rungen in Europa und in den USA besiegelt. Die amerikanischen Beh\u00f6rden halten Chalovsky f\u00fcr ein kriminelles Schwergewicht \u2013 laut ihren Informationen arbeitete er mit dem Russen Nikita Kuzmin und dem Rum\u00e4nen Mihai Paunescu zusammen, um den Gozi-Virus zu entwickeln und zu verbreiten, der weltweit \u00fcber eine Million Computer infizierte. Der Virus wurde von ihnen verwendet, um sich in zehntausende Bankkonten zu hacken, der verursachte Schaden betr\u00e4gt mehrere zehnmillionen Dollar. Zu den Opfern des Gozi-Virus z\u00e4hlen auch 160 NASA-Computer. Insgesamt kann Chalovsky zu bis zu 67 Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt werden.<\/p>\n<p>Doch es gibt noch eine andere Seite der Geschichte: Chalovsky selbst bestreitet die Vorw\u00fcrfe und nennt Zeugen, die aussagen, dass er nie f\u00e4hig gewesen w\u00e4re, so einen Trojaner zu entwickeln, da er nur wisse, wie man Computer repariert, allerdings bei Weitem kein Programmierer sei. Der Fall wird zudem kompliziert, wenn es um die Auslieferung von Denis Chalovsky an die USA geht, die keinen direkten Beweis seiner Schuld vorlegen k\u00f6nnen. Chalovsky wird zudem von europ\u00e4ischen Menschenrechtsorganisationen unterst\u00fctzt, die die Vorfw\u00fcrfe ebenfalls bestreiten.<\/p>\n<p><b>Interpol: Shanghai <\/b><b>am Telefon<\/b><\/p>\n<p>Zum ersten Mal in der Geschichte arbeitet nun die Online-Polizei von Shanghai mit Interpol zusammen, um <a href=\"http:\/\/www.china.org.cn\/china\/2013-08\/23\/content_29808105.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">den Anf\u00fchrer einer Band zu fassen<\/a>, die etwa 30 Millionen Yuan (etwa 3,6 Millionen Euro) von einfachen B\u00fcrgern gestohlen hat. \u00dcber 2.000 chinesische Anwender wurden zu Opfern der f\u00fcnfk\u00f6pfigen Hacker-Gruppe, die sich in Thailand versteckte. Bis auf den Anf\u00fchrer, Herrn Van, der sich nach wie vor versteckt, wurden alle gefasst. Laut verschiedenen Berichten, soll er bereits die gegen Hacker normalerweise ausgesprochene Standardstrafe von 14 Monaten abgesessen haben. Im Jahr 2009 wurde eine Auto-Versteigerung abgesagt, und in Folge dessen wurde er verurteilt. Nachdem er die Strafe abgesessen hatte, war er aber offensichtlich nicht rehabilitiert. Im aktuellen Fall war er der Anf\u00fchrer der Bande, entwickelte Pl\u00e4ne und gab spezifische Befehle an seine Untergebenen. Er fuhr damit fort, Geld \u2013 diesmal indirekt \u2013 \u00fcber ein schlaues, komplexes System zu verdienen. Nur konnte er seine Spuren nicht ganz verwischen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was macht einen Cyberkriminellen aus? 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