{"id":1063,"date":"2013-05-16T10:05:42","date_gmt":"2013-05-16T10:05:42","guid":{"rendered":"http:\/\/kasperskydaily.com\/germany\/?p=1063"},"modified":"2020-02-26T18:23:05","modified_gmt":"2020-02-26T16:23:05","slug":"eff-bericht-zur-digitalen-privatsphare-wer-steht-hinter-ihnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kaspersky.de\/blog\/eff-bericht-zur-digitalen-privatsphare-wer-steht-hinter-ihnen\/1063\/","title":{"rendered":"EFF-Bericht zur digitalen Privatsph\u00e4re. Wer steht hinter Ihnen?"},"content":{"rendered":"<p>Wenn die US-Regierung bei den gro\u00dfen Internet-Firmen nach Kundendaten fragt, sind Apple und Yahoo sowie die amerikanischen Telekommunikationsunternehmen AT&amp;T und Verizon nicht gerade daran interessiert, die Daten zu sch\u00fctzen. Das zeigt der aktuelle <a href=\"https:\/\/www.eff.org\/who-has-your-back-2013?support_whyb=1&amp;social=1#conclusion\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eWho Has Your Back?\u201c-Bericht<\/a> der Electronic Frontier Foundation (EFF). Andererseits haben Twitter und der Internet-Service-Provider Sonic.net alle sechs Pr\u00fcfungskriterien der EFF bestanden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/05\/06145436\/eff-640x320_vacia.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1064\" alt=\"eff-640x320_vacia\" src=\"https:\/\/media.kasperskydaily.com\/wp-content\/uploads\/sites\/96\/2013\/05\/06145436\/eff-640x320_vacia.png\" width=\"640\" height=\"320\"><\/a><\/p>\n<p>Der Bericht untersucht j\u00e4hrlich die Art und Weise, wie Online-Firmen auf Regierungsanfragen nach Anwenderdaten reagieren \u2013 Daten, gespeichert bei der Handvoll bekannter und einflussreicher Internet-Firmen, auf die viele Menschen vertrauen. Der Bericht ist in sechs Kategorien eingeteilt, die die Privatsph\u00e4re-Richtlinien der Firmen beleuchten: Verlangen die gepr\u00fcften Firmen einen gerichtlichen Beschluss zur Herausgabe der Daten? Informieren sie ihre Anwender dar\u00fcber? Ver\u00f6ffentlichen sie Transparenz-Berichte? Ver\u00f6ffentlichen sie Richtlinien f\u00fcr Strafverfolgungsbeh\u00f6rden? K\u00e4mpfen sie vor Gericht oder sogar vor dem US-Kongress f\u00fcr die Privatsph\u00e4re ihrer Anwender?<\/p>\n<p>Nur Sonic.net und <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/twitter-ap-hack\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Twitter<\/a> erhielten sechs Sterne und konnten damit alle sechs Fragen mit \u201eJa\u201c beatworten. Und nur der Telekommunikationsanbieter Verizon erhielt keinen einzigen Stern, da er nach Angaben der EFF alle Fragen mit \u201eNein\u201c beantworten musste. Google scheint die einzige Firma zu sein, die in diesem Jahr zur\u00fcckgestuft wurde. Vor einem Jahr hat Google noch einen Stern daf\u00fcr bekommen, dass Anwender \u00fcber Regierungsanfragen informiert wurden. In diesem Jahr\u00a0 hat Google eine unklare Formulierung in die Privatsph\u00e4re-Richtlinien aufgenommen, die aussagt, dass das Unternehmen Anwender \u00fcber Regierungsanfragen informiert, wenn \u201ees angemessen\u201c erscheint. Konsequenterweise hat die EFF in dieser Kategorie keinen Stern f\u00fcr Google vergeben, denn die <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/gmail-safe-for-work\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Informationen in Ihrem Gmail-Postfach<\/a> k\u00f6nnen mittlerweile weniger transparent verarbeitet werden, als in den vergangenen Jahren.<\/p>\n<p>Wie die EFF anmerkt, sind die sechs Kategorien des Berichts nicht die einzigen M\u00f6glichkeiten, mit denen Firmen sich f\u00fcr die Privatsph\u00e4re ihrer Anwender einsetzen. Dennoch sind sie aussagekr\u00e4ftige Kriterien und \u00f6ffentlich nachpr\u00fcfbar. Zu den Firmen, die von der EFF getestet wurden, geh\u00f6ren unter anderem der Online-H\u00e4ndler Amazon, die weltweit wertvollste Technologiemarke <a href=\"\/Users\/Roi-Up\/Downloads\/blog.kaspersky.com\/good-news-and-bad-news-as-apple-adds-two-factor-authentication\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Apple<\/a>, die Online-Speicher-Anbieter Dropbox und Spideroak, das erfolgreichste Soziale Netzwerk <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/delete-facebook-account\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Facebook<\/a>, das Check-In-Netzwerk <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/risks-checking-in\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Foursquare<\/a>, die Suchmaschinen- und Technologie-Giganten Google und Microsoft, das Business-Netzwerk LinkedIn, das \u00e4ltere Soziale Netzwerk Myspace, die Micro-Blogging-Dienste <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/twitter-ap-hack\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Twitter<\/a> und Tumblr, der Blog- und Content-Management-Provider WordPress sowie der Internet-Konzern Yahoo. In der folgenden Aufstellung sehen Sie, wie die Firmen abgeschnitten haben:<\/p>\n<p>Wenn die US-Regierung fr\u00fcher im Rahmen einer Untersuchung Zugang zu Informationen \u00fcber B\u00fcrger bekommen wollte, ben\u00f6tigten die Polizeibeh\u00f6rden einen richterlichen Durchsuchungsbefehl, mit dem sie H\u00e4user und B\u00fcros Verd\u00e4chtiger durchsuchen durften. In einigen F\u00e4llen erlaubten die Richter sogar das Abh\u00f6ren von Telefongespr\u00e4chen mithilfe der Telefongesellschaften oder die \u00dcberwachung von Briefen mithilfe der US-Amerikanischen Post.<\/p>\n<p>Aber das ist schon lange vorbei. Jetzt befinden wir uns mitten im Informationszeitalter, und wie der Name schon sagt, sind Informationen \u00fcber unser Leben heute weiter verstreut als fr\u00fcher. Neben dem Abh\u00f6ren von Telefonaten, dem \u00d6ffnen von Briefen sowie Haus- und B\u00fcrodurchsuchungen, sammeln Ermittler auch Beweise bei den Online-Diensten, die von Verd\u00e4chtigen genutzt werden. Doch w\u00e4hrend Abh\u00f6raktionen, Durchsuchungen und das \u00d6ffnen von Post gesetzlich klar geregelt sind, gibt es keine Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle beim Schutz von Online-Kommunikation und online gespeicherten Daten vor ungerechtfertigten Durchsuchungen.<\/p>\n<p>Die EFF will das \u00e4ndern. Doch drakonische Gesetze wie der Patriot Act, fragw\u00fcrdige Interpretationen von Gesetzen, die geschrieben wurden als Computer noch die Gr\u00f6\u00dfe von Tennispl\u00e4tzen hatten, und kontroverse \u00dcberwachungsinitiativen wie das Abh\u00f6ren ohne richterlichen Beschluss, machen Anwenderdaten immer anf\u00e4lliger f\u00fcr staatliche Eingriffe. Die gute Nachricht des EFF-Berichts ist, dass Transparenzberichte und Datenschutz bei Regierungsanfragen anscheinend langsam zum Standard werden \u2013 vor allem wenn es darum geht, dass die Firmen ihre Kunden dar\u00fcber informiert, wenn die Regierung bei ihnen anklopft.<\/p>\n<p>Ein Sprichwort sagt, \u201eEs ist schlecht, recht zu haben, wenn die Regierung unrecht hat\u201c. Deshalb betone ich es nochmal: <a href=\"https:\/\/www.kaspersky.com\/blog\/skype-government-surveillance\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Wenn Sie Informationen im Internet weitergeben, die mit geltenden Gesetzen oder der Meinung Ihrer Regierung in Konflikt stehen, sollten Sie vorsichtig sein<\/a>. Vielleicht sollten Sie dann auch die entsprechenden Firmen und deren Dienst komplett meiden.<\/p>\n<p>Ein anderes Sprichwort lautet \u201eWenn man nichts falsch gemacht hat, muss man auch nichts verheimlichen\u201c. Aber das ist Unsinn. Denn nur weil Sie nichts falsch machen, hei\u00dft das noch lange nicht, dass Sie sich unter der dauernden Aufmerksamkeit der Beh\u00f6rden wohlf\u00fchlen.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise m\u00fcssen sich die meisten von uns keine Sorgen machen, dass sie unter dauernder Beobachtung leben, oder dar\u00fcber, dass sie Informationen verteilen, die ihr Leben bedrohen. Was bedeutet der EFF-Bericht also f\u00fcr uns relativ normale Menschen? Nun, unsere Freunde bei der EFF sind schlau und vern\u00fcnftig \u2013 und wenn die EFF spricht, sollten die Internet-Anwender besser zuh\u00f6ren. Zumindest sollte man jedes Jahr den Bericht lesen und sich dar\u00fcber informieren, wie die einzelnen Firmen unsere Daten sch\u00fctzen. Und wenn m\u00f6glich, sollten wir jene Firmen bevorzugen, die vor Gericht und im US-Kongress f\u00fcr unsere Privatsph\u00e4re k\u00e4mpfen, Richtlinien f\u00fcr Strafverfolgungsbeh\u00f6rden erstellen und Transparenzberichte ver\u00f6ffentlichen. Zudem sollten wir unsere pers\u00f6nlichen Daten besser nicht Firmen anvertrauen, die bei Datenanfragen nicht einmal einen richterlichen Beschluss verlangen und die Anwender auch nicht dar\u00fcber informieren.<\/p>\n<p>Wir sollten auf unsere eigenen Kanzeln steigen \u2013 egal, ob es sich um pers\u00f6nliche Blogs, Soziale Netzwerke, Online-Kommentare oder gute, alte Briefe an die gew\u00e4hlten Volksvertreter handelt \u2013 und die Firmen dazu auffordern, dem Beispiel von Twitter und Sonic.net zu folgen, und alles daf\u00fcr zu tun, die Daten der Anwender zu sch\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die US-Regierung bei den gro\u00dfen Internet-Firmen nach Kundendaten fragt, sind Apple und Yahoo sowie die amerikanischen Telekommunikationsunternehmen AT&amp;T und Verizon nicht gerade daran interessiert, die Daten zu sch\u00fctzen. 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