Oktober ist in vielen Ländern der Welt der Monat, in dem das Bewusstsein für Cybersicherheit und häusliche Gewalt stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wird. Dementsprechend hat sich Kaspersky mit anderen Experten der Koalition gegen Stalkerware [1] für Online-Schulungen zusammengetan, um Polizeibeamte mit dem aktuellen Wissen zur Untersuchung digitalen Stalkings zu versorgen.

Anfang der Woche organisierten drei Mitglieder der Koalition gegen Stalkerware – Kaspersky, das National Network to End Domestic Violence (NNEDV) mit Sitz in den USA und der australische Dachverband für Dienste gegen häusliche Gewalt Wesnet – gemeinsam mit INTERPOL, einem Unterstützer der Koalition, zwei Online-Trainings zu den Themen digitales Stalking und häusliche Gewalt. Ziel der Online-Schulung, an der sich 210 Teilnehmer beteiligten, war es, den Aufbau von Kapazitäten in Strafverfolgungsbehörden zu fördern, hilfesuchende Betroffene zu unterstützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Stalkerware ermöglicht es einem Täter, das Privatleben einer anderen Person heimlich über ein Mobilgerät auszuspionieren. Die kommerzielle Software ermöglicht den Zugriff auf eine Reihe persönlicher Daten wie den Standort des Geräts, den Browserverlauf, Textnachrichten, Chats in sozialen Medien oder Fotos. Stalkerware ist jedoch nicht nur ein Eingriff in die Privatsphäre, sondern auch eine weitere Form der digitalen und häuslichen Gewalt.

Laut Kaspersky-Untersuchungen [2] waren vergangenes Jahr weltweit 53.870 Mobilfunknutzer von Stalkerware betroffen, in Deutschland waren es 1.547. Da diese Zahlen nur Kaspersky-Nutzer einschließen, dürfte die Gesamtzahl weltweit durchaus höher sein. Die Koalition gegen Stalkerware, die im Jahr 2019 von Kaspersky mitbegründet wurde und heute mehr als 40 aktive Organisationen umfasst, die sich mit dem Problem von Stalkerware befassen, schätzt, dass die Nutzung von Stalkerware wahrscheinlich eine Million Fälle pro Jahr übersteigt.

In den Online-Schulungen vermittelten Kaspersky-Experten technisches Know-how darüber, was Stalkerware ist und wie sie installiert wird. Strafverfolgungsbeamte lernten außerdem verschiedene Methoden kennen, mit denen sie Stalkerware auch für das Opfer sicher erkennen können. Ein wichtiges Element war die Einführung in die Arbeit mit TinyCheck [3], einem kostenlosen Anti-Stalkerware-Tool von Kaspersky, mit dem der Nutzer jedes Gerät auf Stalkerware untersuchen kann, ohne dass der Täter davon erfährt.

Während der Online-Schulungen gaben zwei NGOs, die im Bereich häusliche Gewalt tätig sind, Tipps, wie Strafverfolgungsbeamte Opfer, die Hilfe benötigen, besser unterstützen können. Zum Abschluss des Trainings konnten die Teilnehmer Fragen stellen und ihr Feedback dazu abgeben.

Kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen INTERPOL und der Koalition gegen Stalkerware

„Digitales Stalking ist ein Problem, das den Strafverfolgungsbehörden weltweit bekannt ist, allerdings besteht die Notwendigkeit, die Fähigkeiten zur Untersuchung von Stalkerware zu verbessern“, so Pei Ling Lee, Acting assistant Director of Cyber Strategy and Capabilities Development bei INTERPOL. „Die Software versteckt sich und Ermittlungen müssen zur Sicherheit der Opfer sorgfältig durchgeführt werden. Die gemeinsam mit Kaspersky, NNEDV und Wesnet organisierten Online-Schulungen boten hilfreiche Ratschläge für unsere Mitglieder in allen Ländern. INTERPOL ist bestrebt, kontinuierlich mit der Koalition gegen Stalkerware zusammenzuarbeiten, um die Schulung der globalen Strafverfolgungsgemeinschaft zu fördern und das Bewusstsein für dieses Problem zu schärfen.“

„Wir freuen uns, mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten und so unsere Expertise in Bezug auf Stalkerware weitergeben zu können“, so Noushin Shabab, Senior Security Researcher bei Kaspersky. „Das Wissen um Bedrohung allein hilft jedoch nicht, sie zu bekämpfen. Deshalb stellen wir den Beamten auch mehrere Lösungen zur Verfügung, darunter TinyCheck – ein hilfreiches Open-Source-Tool zur sicheren Erkennung von Stalkerware im Falle eines Verdachts. Im Idealfall wird TinyCheck zu einem Tool, mit dem Opferhilfe- und Strafverfolgungsbehörden gleichermaßen leicht feststellen können, ob Stalkerware auf einem Gerät installiert ist.“

„Stalking ist ein Risiko, das bekanntlich mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit tödlicher oder nahezu tödlicher Verletzungen in Zusammenhang gebracht wird“, erklärt Karen Bentley, Chief Executive Officer bei Wesnet. „Unsere Forschungen mit australischen Helfern, die an vorderster Front gegen Gewalt in der Familie arbeiten, zeigen, dass die Verfolgung und Überwachung von Frauen durch Täter zwischen 2015 und 2020 um 244 Prozent zugenommen hat, und dass das Stalking häufig mit technischen Mitteln erfolgt. Stalking ist eine der häufigsten Formen des Missbrauchs, die mit häuslicher und familiärer Gewalt einhergehen.“

Erica Olsen, Director of Safety Net bei National Network to End Domestic Violence (NNEDV) betont: „Der Missbrauch von Technologie ist unglaublich verbreitet. Mit der sich ständig weiterentwickelnden Technologie Schritt zu halten, die als Waffe eingesetzt wird, kann eine Herausforderung für Strafverfolgungsbehörden, Anwälte und Betroffene sein. Für Fachleute, die mit Opfern arbeiten, ist es wichtig zu verstehen, wie diese Technologie missbraucht werden kann und wie Betroffene unterstützt werden können. Sie sollten in die Lage versetzt werden zu lernen, wie sie ihre Privatsphäre und Sicherheit mit Technologie erhöhen können.“

Kaspersky-Empfehlungen bei Verdacht auf eine Stalkerware-Infektion

  • Stalkerware nicht überstürzt entfernen, wenn sie auf dem Gerät gefunden wird. Der Täter könnte dies bemerken, was ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellt. In einigen Fällen kann die Person ihr missbräuchliches Verhalten als Reaktion darauf eskalieren.
  • Kontakt mit örtlichen Behörden und Hilfsorganisationen aufnehmen, die Betroffene häuslicher Gewalt unterstützen. Eine Liste einschlägiger Organisationen ist verfügbar unter https://stopstalkerware.org/de/
  • Das Video [4] der Koalition gegen Stalkerware bietet hilfreiche Informationen rund um das Thema Stalkerware und ist in mehreren Sprachen verfügbar.
  • Eine bewährte Sicherheitslösung für mobile Endgeräte wie Kaspersky Internet Security for Android [5] nutzen, die installierte Stalkerware erkennen kann.

 

[1] https://stopstalkerware.org/de//

[2] https://media.kasperskycontenthub.com/wp-content/uploads/sites/100/2020/03/25175219/DE_The-State-of-Stalkerware-2020.pdf

[3] https://github.com/KasperskyLab/TinyCheck#readme

[4] https://stopstalkerware.org/de/

[5] https://www.kaspersky.de/android-security

 

Nützliche Links:


Online-Schulungen gegen Stalkerware: Kaspersky kooperiert mit INTERPOL und zivilgesellschaftlichen Organisationen

Kaspersky bietet gemeinsam mit anderen Experten der Koalition gegen Stalkerware Online-Trainings, um Polizeibeamten aktuelles Wissen zur Untersuchung digitalen Stalkings zu vermitteln.
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