• Kaspersky-Umfrage: Fast die Hälfte der unter 31-jährigen Bundesbürger möchte über den Einsatz von KI-Systemen innerhalb ihrer Firma informiert werden
  • 46 Prozent sieht hinsichtlich des Einsatzes und der Regulierung Künstlicher Intelligenz die Politik in der Pflicht
  • 45 Prozent bewertet eine um Technologie erweiterte berufliche Zukunft als positiv

Eine offene Aufklärung über den Einsatz neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) in Unternehmen könnte die Akzeptanz dafür unter den Mitarbeitern verstärkten. Dies ergab die neue Kaspersky-Studie „Arbeitsplatz der Zukunft: Wie Nachwuchskräfte ihre Rolle in einer KI- bestimmten Berufswelt sehen“ [1] unter jungen Bundesbürgern im Alter von 16 bis 30 Jahren zur Wahrnehmung und Einstellung bezüglich eines zunehmenden Einsatzes von KI im Berufsleben und am Arbeitsplatz. Nahezu die Hälfte (49 Prozent) der Befragten ist der Auffassung, Firmen sollten Mitarbeiter über bereits eingesetzte und geplante KI-Systeme ausreichend informieren. In ein menschliches Antlitz der eingesetzten KI zu investieren, könnte sich für Unternehmen zudem auszahlen, denn über ein Drittel (34 Prozent) der Befragten glaubt, dies würde die Akzeptanz bei Mitarbeitern deutlich steigern.

„Um die Potenziale intelligenter Systeme wirklich für sich nutzen zu können, müssen Unternehmen sich darauf verlassen können, dass ihre Beschäftigten ein hohes Maß an Engagement aufweisen“, kommentiert der Arbeits- und Organisationswissenschaftler Dr. Max Neufeind [2]. „Dieses Engagement wird zu großen Teilen davon bestimmt, ob Beschäftigte das Gefühl haben, ehrlich über die Folgen des Einsatzes von intelligenten Systemen informiert worden zu sein. Wer den Einsatz intelligenter Systeme nicht durch systematische Aufklärung begleitet, handelt äußerst kurzsichtig. Ganz zentral ist dabei, in welchem Verhältnis Menschen und intelligente Systeme zueinander stehen. Wer hat Macht über wen? Wer hat das letzte Wort? Diese Fragen müssen so früh wie möglich angesprochen und geklärt werden.“

Anne Mickler, Corporate Communications Manager, DACH & Nordics bei Kaspersky ergänzt: „Bei denjenigen, die KI als Wunschvorstellung für ein besseres Leben sehen, ist knapp die Hälfte (45 Prozent) der Ansicht, KI brauche ein menschliches Gesicht, um akzeptiert zu werden. Auch ein Drittel (33 Prozent) der Befragten, die im zunehmenden Einsatz von KI eher ein Horrorszenario wähnen, bestätigen diese These.“

Für 19 Prozent der in Deutschland befragten 16- bis 30-Jährigen ist ein Leben mit KI grundsätzlich gleichbedeutend mit einem Horrorszenario. 32 Prozent hingegen empfinden es als Wunschvorstellung für ein besseres Leben. 38 Prozent verhalten sich bei dieser Aussage neutral. Interessanterweise hat sich die Meinung innerhalb der befragten Altersgruppe zu diesem Thema gewandelt. So empfanden Anfang des vergangen Jahres lediglich sieben Prozent der Befragten ein Leben mit KI als Horrorszenario und 43 Prozent als Wunschvorstellung. Grundsätzlich sprechen sich aktuell drei von vier Befragten (77 Prozent) für die Unterstützung von KI in ihrem Leben allgemein aus, wobei anteilig KI-Support eher im beruflichen (57 Prozent) als im privaten Bereich (47 Prozent) gewünscht ist.

Regulierung des Einsatzes Künstlicher Intelligenz

Wenn es um die Weiterentwicklung, den Einsatz und die Regulierung Künstlicher Intelligenz geht, sieht nahezu die Hälfte (46 Prozent) der Befragten die Regierungsverantwortlichen in der Pflicht.Unter der Altersgruppe der Millenials vertritt sogar mehr als die Hälfte (52 Prozent) diese Meinung. Ein Viertel (24 Prozent) der jungen Bundesbürger steht dieser Aussage neutral gegenüber und 16 Prozent finden nicht, dass dies Politikern obliege. Dabei hat es offenbar weniger Relevanz, ob die Umfrageteilnehmer von einem vermehrten Einsatz Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag eher überzeugt sind oder sich davor scheuen: Unter denjenigen, die KI als Horrorszenario für die Zukunft sehen, ist die Hälfte (51 Prozent) der Auffassung, die Regierung müsse die Entwicklung von KI im Auge behalten und regulieren. Diejenigen, die KI als Wunschvorstellung für ein besseres Leben sehen, stimmen hier mit 47 Prozent zu.

Die Hälfte der Generation KI sieht einer technologiegesteuerten Zukunft positiv entgegen

Insgesamt sehen viele junge Bundesbürger eine durch neue Technologien ergänzte berufliche Zukunft positiv. Etwa die Hälfte (45 Prozent) der Befragten zeigt sich offen für Innovationen und freut sich darauf, die eigenen digitalen Fähigkeiten hinsichtlich Künstlicher Intelligenz zu optimieren. Hierbei gibt es jedoch gewisse Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während sich knapp die Hälfte der befragten Männer (49 Prozent) über die Aneignung neuer digitaler Skills freut, sind Frauen mit einem Anteil von 41 Prozent etwas zurückhaltender. Unter den Millenials (Geburtenjahrgänge 1980 bis 1993) ist die Offenheit Neuem gegenüber am größten. Über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) dieser Generation freut sich darauf, die eigenen digitalen Fähigkeiten zu verbessern und auszubauen.

„Die Bereitschaft vieler junger Menschen, ihre Kompetenzen auf eine Arbeitswelt auszurichten, die von intelligenten Systemen geprägt ist, sehe ich positiv“, sagt Dr. Max Neufeind hierzu. „Wenn jemand mit digitalen Tools und Apps gut umgehen kann, bedeutet das allerdings noch nicht, dass sie oder er auch über die Fähigkeiten verfügt, die als Folge des Einsatzes Künstlicher Intelligenz bedeutsamer werden. Denn da geht es vor allem um sehr grundlegende kognitive und soziale Fähigkeiten.“

Wichtige Faktoren: Transparenz und Sicherheit

„Kaspersky möchte als IT-Sicherheitsexperte über die Studie hinaus auf die Bedeutung von Cybersicherheit im Kontext von KI und Machine Learning hinweisen“, betont Anne Mickler, Corporate Communications Manager, DACH & Nordics bei Kaspersky. „Je mehr Machine-Learning- und KI-Technologien im Hintergrund zum Einsatz kommen, desto wichtiger wird eine umfassende Transparenz und umso höher ist der Stellenwert von IT-Sicherheit. Denn eines ist klar, auch wenn die Intelligenz der Maschinen heute und in naher Zukunft längst nicht mit der des Menschen mithalten kann: Was beim Thema Internet der Dinge verpasst wurde – nämlich von Beginn an IT-Sicherheits- und Datenschutzaspekte mit zu denken – darf bei KI und Machine Learning nicht wieder passieren.“

[1] https://media.kasperskydaily.com/wp-content/uploads/sites/96/2021/05/31160516/Kaspersky_Report_KI-und-Arbeit_2021_layout_final.pdf / Die Online-Umfrage wurde von Arlington Research im Auftrag von Kaspersky im Januar und Februar 2021 durchgeführt. Dabei wurden 1.000 Bundesbürger (davon 711 Berufstätige) im Alter von 16 bis 30 Jahren zu ihrer Wahrnehmung und Einstellung zum zunehmenden und künftigen Einzug von Künstlicher Intelligenz (KI) im Berufsleben und am Arbeitsplatz befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für Deutschland nach Geschlecht und Wohnort (Bundesland). Ziel war es, diejenigen Menschen zu befragen, die privat und beruflich voraussichtlich am meisten mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu tun haben werden – die unter 31-Jährigen, also die Generation KI.

Nützliche Links:


Einsatz Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag der Zukunft: Transparenz schafft Vertrauen

Eine offene Aufklärung über den Einsatz neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz in Unternehmen könnte die Akzeptanz dafür unter den Mitarbeitern verstärkten
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